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NORDCAPITAL Bulkerflotte 1 ist erloschen
Anleger gehen leer aus

Am 16.01.2018 wurde die Liquidation der NORDCAPITAL Bulkerflotte 1 GmbH & Co. KG und die Auflösung der Gesellschaft vom Handelsregister des Amtsgerichts Hamburg (HRA 108151) bekanntgegeben. Nach nur 8 Tagen wurden am 24.01.2018 im Handelsregister das Ende der Liquidation und das Erlöschen der Fondsgesellschaft veröffentlicht. Für die Anleger ist vom Fondsvermögen nichts übrig geblieben.

Der Fonds NORDCAPITAL Bulkerflotte 1

Bei dem im Jahr 2008 zu Beginn der Weltwirtschaftskrise von der NORDCAPTIAL Emissionshaus GmbH & Cie. KG aufgelegten geschlossenen Schiffsflottenfonds NORDCAPITAL Bulkerflotte 1 handelt es sich um einen sogenannten Dachfonds. Das Geschäftsmodell des Fonds sah vor, über die Beteiligung an bis zu 12 Schifffahrtsgesellschaften durch den Betrieb der dazugehörigen Schiffe Gewinne zu generieren. Die Schiffsgesellschaften selbst sind gewerbliche Kommanditgesellschaften in der Rechtsform der GmbH & Co. KG und sollten jeweils Eigentum an einem Massengutfrachtschiff der „Bulker“ oder „Bulk-Carrier“ Klasse halten. Das Gesamtinvestitionsvolumen des NORDCAPITAL Bulkerflotte 1 beträgt US$ 448.681.000,00. Die Anleger haben davon US$ 169.800.000,00 als Kapital eingelegt; US$ 274.306.000,00 wurden fremdfinanziert.

Den Exklusivvertrieb hatten die Deutsche Bank AG und Ihre Tochter, die Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG übernommen.

  • Liquidation des NORDCAPITAL Bulkerflotte 1 abgeschlossen
  • kein Restvermögen vorhanden, Anleger gehen leer aus
  • absolute, kenntnisunabhängige Verjährung von Schadenersatzansprüchen in 2018
  • unverzügliche Veranlassung anspruchshemmender Maßnahmen erforderlich

Die Situation

Die Charterraten der betriebenen Fondsschiffe lagen schon in den Jahren 2009 und 2010 USD weit hinter den Prognosen zurück. Im Jahr 2011 meldete der größere Schiffscharterer, die Reederei Korea Line, Insolvenz an.

Durch ein Sanierungskonzept konnten im gleichen Jahr noch US$ 21.000.000,00 von den Anlegern aufgebracht werden. Die Situation verbesserte sich aber nicht.

Von den 9 tatsächlich betriebenen Fondsschiffen wurden einige mittlerweile verkauft, die 12 Schifffahrtsgesellschaften wurden entweder liquidiert oder fielen in die Insolvenz. Da eine Rettung des Fonds nicht möglich war, wurde im Dezember 2017 seine Liquidation beschlossen, die schon am 24.01.2018 abgeschlossen wurde. Die zum Schluss noch vorhandene Liquidität in Höhe von US$ 3,459 Mio. wurde an die Treuhandkommanditistin als Vergütung ausgezahlt. Die Anleger erhalten nichts.

Schadensersatzanspruch der Anleger

Wenn ein Anleger des NORDCAPITAL Bulkerflotte 1 nicht anleger- und objektgerecht beraten worden ist, hat er einen Anspruch auf Schadensersatz gegen die seinerzeit beratende Bank sowie gegen den Treuhandkommanditisten, die NORDCAPITAL Treuhand GmbH & Cie. KG.

Der geschädigte Anleger hat einen Anspruch so gestellt zu werden, als wenn er die Beteiligung nicht gezeichnet hätte. Er kann sein eingesetzte Kapital zurück fordern und verlangen, von etwaigen zukünftigen Schäden (z.B. Rückzahlungsverpflichtung bezüglich der erhaltenen Ausschüttung) freigestellt zu werden.

Es gibt gerade bei diesem Fonds eine Reihe von (ober-)gerichtlich festgestellter Anlageberatungs- und Prospektfehler, die einen Schadensersatzanspruch der Anleger begründen.

So wurden die Anleger in der Regel nicht über den hohen Weichkostenanteil von über 20 % des Eigenkapitals informiert (vgl. Kammergericht, Urteil vom 30.03.2016, Az.: 26 U 29/15) bzw. über die sehr hohe Vermittlungsprovision von 13 % der Zeichnungssumme (vgl. OLG Düsseldorf, Beschluss vom 14.12.2015, Az.: I-14 U 71/15).

Weiterhin ist der Verkaufsprospekt fehlerhaft, weil er keinen Hinweis auf das Risiko des Zugriffs der Schiffsgläubiger auf die Schiffe enthält (vgl. LG Frankfurt a.M., Urteil vom 17.03.201, Az.: 2-18 O 505/17).

Haftungsansprüche gegen die vermittelnde Deutsche Bank AG bzw. die Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG und die NORDCAPITAL Treuhand GmbH & Cie. KG sind jedoch in jedem Einzelfall individuell zu prüfen.

Verjährung im laufenden Jahr!!!

Der NORDCAPITAL Bulkerflotte 1 wurde seit Mitte des Jahres 2008 exklusiv von der Deutschen Bank AG und der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG vertrieben. Anleger müssen jetzt tätig werden, um die Verjährung ihrer Ansprüche zu hemmen. Ansprüche wegen einer fehlerhaften Anlageberatung dieses Fonds verjähren spätestens in diesem Jahr. Es gilt eine absolute 10 jährige Verjährungsfrist, die auf den Tag genau berechnet wird. Fristbeginn ist das Datum der Unterzeichnung der Beitrittserklärung (Beispiel: Zeichnung am 10.06.2008, Verjährung am 10.06.2018!).

Eine schriftliche Geltendmachung Ihrer Ansprüche gegenüber der Deutschen Bank hemmt die Verjährung nicht; auch nicht, wenn dieses durch einen Rechtsanwalt geschieht. Die Verjährung Ihrer Ansprüche kann nur durch die rechtzeitige Einreichung einer Klage oder durch die Einleitung eines Schlichtungsverfahrens beim Bundesverband deutscher Banken e.V. (Ombudsmannverfahren) gehemmt werden, sofern die Deutsche Bank nicht vor Ablauf der Verjährungsfrist auf die Einrede der Verjährung verzichtet.

Ihr Ansprechpartner

Cord Veting
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Bank- und
Kapitalmarktrecht

Tel.: 030 / 20 84 733 – 20
Fax.: 030 / 20 84 733 – 29
E-Mail senden

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